Wanderreise 2018

Klaus und Karolyn Schulte berichten von der

„Wander-Woche in Chianciano Terme" mit Marcello und Irene vom 04. bis 12. Mai 2018
 

Am 4. Mai 2018 gegen 20.00 h versammelten wir uns am Wiesbadener Hauptbahnhof bei strahlendem Sonnenschein.

Wie geplant konnten wir um 20.30 h pünktlich losfahren in Richtung unseres 1.100 km entfernt liegenden Reiseziels Chianciano Terme in der Toskana. Abgesehen von einem Stau bei Karlsruhe ging die Nachtfahrt zügig voran bis kurz vor der Schweizer Grenze, wo Heidi Geist, die vielen Teilnehmern schon von früheren Reisen bekannt war, das Steuer übernahm und uns sicher durch die folgende Woche als Fahrerin begleitete.

Samstags gegen Mittag erreichten wir unser Hotel Santa Caterina, wo wir von Irene und Marcello freudig begrüßt wurden. Nach der Zimmerverteilung trafen wir

uns alle in dem ansprechenden Speisesaal des von der Familie Pinzuti geführten Hotels.

Das Mittagessen, bestehend aus Lasagne und Tiramisu, gab uns einen Vorgeschmack auf viele leckere Gerichte der folgenden Tage.

Nach einer Ruhepause trafen wir uns um 17.00 h wieder, um einen von Irene geführten Stadtrundgang durch das historische Zentrum der Stadt zu machen.

Zum Hotel zurückgekehrt empfing uns Marcello mit einem Aperitif, der eigentlich auf der Dachterrasse des Hotels gereicht werden sollte, wegen des kühlen Wetters jedoch auf die geschützte Hotelterrasse verlegt wurde. Nach dem Abendessen fing für die meisten Gäste eine frühe Nachtruhe an, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Sonntag, 6. Mai 2018

Nach dem Frühstück stand der Bus schon bereit, um uns zunächst durch das Orcia-Tal nach Bagno Vignoni zu bringen.

Die Fahrt führte uns bei Frühnebel durch den „Landschaftsgarten" La Foce, der sich durch einen reichen Bestand an Steineichen, durch erloschene Vulkane und zahlreiche Quellen auszeichnet. In Bagno Vignoni angekommen besichtigten wir zunächst den kleinen Ort mit seinen Thermalbecken und warfen einen Blick auf den Parco di Mulini (Mühlenpark), der von den Wassern der Thermen gespeist wird. Unten im Tal konnten wir die vom Thermalwasser verursachten, hell weiß leuchtenden Versinterungen erkennen. Danach begann der sportliche Teil der Wanderwoche mit einem etwa 2-stündigen Fußmarsch nach San Quirico d’Orcia.

Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen führte die Wanderung vorbei an gelb blühendem Ginster, rotem Mohn, weißen Akazien und wogenden Getreidefeldern und bot herrliche Ausblicke in die toskanische Landschaft.

Angekommen in San Quirico d’Orcia hatten Marcello und Heidi schon ein Buffet aufgebaut und verwöhnten uns mit toskanischem Brot, Käse- und Wurstspezialitäten, Gemüse, Wein, Wasser, Kaffee und Kuchen.

Anschließend unternahm Irene mit uns eine Stadtführung und zeigte uns die Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Kirche Santa Maria Assunta, das Ospedale della Scala, die Collegiata- Kirche, die Horti Leonini und den Giardino delle Rose.

Voll von neuen Eindrücken traten wir die Rückfahrt an.

Montag, 7. Mai 2018

Heute hatte Heidi frei. Nach einer kurzen Wanderung dorthin genossen wir einen gemütlichen Vormittag in einem der Thermalbäder von Chianciano Terme, in der Terme Theia. Für den Nachmittag hatte Irene eine Führung durch das Etruskermuseum angeboten. Um 17.00 h war Treffpunkt für Interessierte in der Hotel-Lobby. Kurz davor gab es ein heftiges Gewitter, so dass nur wenige Unentwegte den Gang zum Museum wagten. Auf dem Weg gab es erneut einen heftigen Regenguss, so dass wir die folgenden zwei Stunden der sehr interessanten Museumsführung „pitschenass" absolvierten. An diesem Abend scheiterte Marcellos Versuch, einen Aperitif auf der Dachterrasse zu servieren zum zweiten Mal! Dafür freute sich die Inhaberin des auf der anderen Straßenseite gelegenen Schuhgeschäftes über den ersten Schuhverkauf an ein Mitglied unserer Reisegruppe.

Dienstag, 8. Mai 2018

Der Tag begann mit einer kurzen Busfahrt nach Pienza. Auf einem Hügel gelegen gehört das historische Zentrum der Stadt seit 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe. In dem früheren Corsignano wurde Aeneas Piccolomini, der spätere Papst Pius II. geboren, der die Stadt in Pienza umbenannte und mit ihrem Ausbau zu einer „idealen Stadt" begann.

Der Stadtrundgang durch die auch wegen ihres Schafskäses (Pecorino) bekannte Stadt führte uns zum Dom, zum Palazzo Comunale, zum Palazzo Piccolomini und anderen Sehenswürdigkeiten.

Anschließend machten wir eine Wanderung durch die blühende toskanische Hügellandschaft nach Monticchiello.

Nach einem Imbiss in einer ehemaligen Krypta hatte jeder noch die Gelegenheit zum Einkauf oder zum Bummel durch die kleine Ortschaft.

Am etwas entfernt geparkten Bus angekommen stellten wir das Fehlen zweier Teilnehmer fest, die - wie sich herausstellte - im Großstadt-Dschungel der 80-Seelen-Gemeinde die Orientierung verloren und den Weg durch das verkehrte Stadttor genommen hatten.

Zurück in Chianciano Terme hatten Interessierte erneut die Gelegenheit, mit Irene das örtliche Etrusker-Museum zu besuchen.

Wiederum nutzte eine Reiseteilnehmerin die verlockende Gelegenheit zum Schuhkauf im Geschäft gegenüber.

Mittwoch, 9.Mai 2018

Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir die unterhalb Montepulcianos gelegene Kirche Madonna di San Biagio, der wir uns über eine lange Allee näherten. Die Kirche zählt zu den eindrucksvollsten Zentralbauten der toskanischen Renaissance. Eine Wanderung bei strahlendem Sonnenschein führte uns von dort aus an Weinbergen vorbei zu dem auf einem Hügel gelegenen und für seinen Rotwein (Vino Nobile) bekannten Ort Montepulciano. Der ausgiebige Stadtrundgang, vorbei an Kathedrale, Torre di Pulcinella, Palazzo Comunale, Fortezza und über die Piazza Grande endete mit einer Weinprobe nebst Imbiss.

Nicht nur in Chianciano Terme gibt es schöne Schuhe. Deswegen fand ein Schuhkauf dort statt und unser Lädchen machte heute kein Geschäft mit uns.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morgens fuhren wir nach Radicofani, einer kleinen Stadt nahe der Via Cassia. In früheren Zeiten machten viele Pilger auf dem Weg nach Rom hier Station. Wir betraten die Stadt durch ein Stadttor und machten uns auf den Weg zur Festung auf dem 896 m hohen Berg Rocca di Radicofani.

Dort erwartete uns schon der örtliche Reiseführer, der in fließendem Italienisch viel über Bedeutung und Geschichte der Stadt erzählte, während Irene ebenso fließend übersetzte und uns ergänzend in die Geheimnisse des Festungsbaus einführte. Als sich der aufgekommene Nebel etwas lichtete, hatte man vom Festungsturm einen weiten Blick auf die unter

uns liegende Ortschaft und die toskanischen Hügel ringsum. Der einsetzende Regen störte uns kaum, da wir zum vorgesehenen Mittagessen im dortigen Lokal Unterschlupf fanden.

Nach kurzer Weiterfahrt erreichten wir Bagni San Filippo, wo wir zu den weißen Sinterterrassen spazierten und dabei auch den im Thermalwasser Badenden zusehen konnten.

Auf dem Rückweg überraschte uns Marcello im Wald mit einem Aperitif.

Wir hätten vorgewarnt sein sollen, da die kritische Grenze, sich zu verirren, ganz offenbar bei Orten mit Einwohnerzahlen zwischen 80 und 100 liegt: In der 91 Seelen zählenden Gemeinde mussten wir auf dem Rückweg zum Bus erneut den Verlust etlicher Teilnehmer beklagen, die indes nach aufwendiger Suche gefunden werden konnten.

Freitag, 11. Mai 2018

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Sarteano. Von dort aus wanderten wir auf einem alten Etruskerweg vorbei an der „Kopfschmerzkapelle", einer alten Wassermühle und durch eine wunderschöne Landschaft zurück in das historische Zentrum der Stadt. Nach einem durch Irene geführten Stadtrundgang landeten wir zum Mittagessen in einem schönen Restaurant, in dessen Garten wir drei verschiedene Pizzasorten und hervorragenden Wein genossen.

Im Hotel zurück konnte uns Marcello am späten Nachmittag endlich den Aperitif auf der Dachterrasse servieren, wo wir zum letzten Mal in diesem Urlaub die herrliche Aussicht auf die Chianciano Terme umgebende Landschaft und den in der Ferne erkennbaren Lago di Chiusi genießen konnten.
Unser Lädchen gegenüber konnte zwei weitere Schuhverkäufe verzeichnen.

Samstag, 12. Mai 2018

Voller schöner Erinnerungen traten wir pünktlich um 7.45 h die Rückfahrt in Richtung Heimat an. Wegen eines gemeldeten Staus am St. Gotthard Tunnel wich Heidi rechtzeitig auf die Straße zum San Bernardino Tunnel aus und beschenkte uns auf diese Weise mit einer Panoramafahrt durch eine wunderschöne Gebirgslandschaft.

Um kurz vor Mitternacht erreichten wir – müde aber glücklich über die sehr gelungene Reise – unser Ziel Wiesbaden.

Die Reise war durch den unermüdlichen, gemeinsamen Einsatz von Irene und Marcello, Irène Vossberg und Heidi Geist ein unvergessliches Erlebnis.

An dieser Stelle möchten wir uns bei ihnen ganz herzlich im Namen der Gruppe bedanken.