Erlebnisse der Ligurien-Frühlings-Reise 2002 

     

Ligurien
Das Ziel der Frühlingsreise 2002


Herbert Lahr berichtet:


19. April: wir treffen uns am Hauptbahnhof, wo, wie immer, unsere Busse stehen. Man begrüßt sich und das Gepäck wird verstaut. Aber heute ist mir etwas
passiert, was bis dato noch nicht vorkam: Ich hatte meine Fototasche vergessen. Und nicht nur das, darin waren auch noch die Ausweise. Also schnell ins Taxi, nach Hause, Fototasche schnappen und zurück. Um 20 Euro ärmer aber komplett, war ich um 22 Uhr wieder am Bus. - Die Fahrt konnte beginnen.


Die erste Etappe ging an die Deutsch-Schweizer Grenze nach Bad Bellingen. Kurze Pause - Fahrerwechsel. Wir hatten wieder Walter und Gerd. Und jetzt konnte nichts mehr passieren. Durch die Schweiz ging es im Dunkeln. Es gab im Bus einen kleinen Imbiss und ein Glas Wein.
Nachdem die Reisenden mit einem Grappa „ruhiggestellt" waren, konnte nichts mehr schiefgehen.
Morgens gegen 6 Uhr waren wir in Mailand und fuhren Richtung Genua, wo wir zum ersten Mal das Mittelmeer sahen. Jetzt waren wir nur noch auf unser Ziel DIANO MARINA gespannt. Nach ca. 2 Stunden Fahrt durch die mediterrane Landschaft, kam wir an: „Hotel Teresa" - das war’s !!!.- Aussteigen, Schlüsselempfang, Koffer auf’s Zimmer bringen. Nach dem Mittagessen schnelles Kofferauspacken und los: Spaziergang über die Strandpromenade und erste Eindrücke speichern. 19.30 h Abendessen, noch ein kurzer Plausch und dann ging es zum Schlafen - für die, bei denen Schlafen ging.

Sonntag stand ein Ausflug in die Regions-Hauptstadt Imperia auf dem Programm. Wir machten erst eine kleine Stadtrundfahrt und sahen uns danach die Stadt selbständig an. - Imperia ist eine zweigeteilte Stadt. Die beiden ungleichen Stadtteile Porto Maurizio und Oneglia sind 1923 zwangsvereinigt worden und, wie man sagt, nur sehr unwillig zusammengewachsen. Wir gingen am Yachthafen vorbei in Richtung Altstadt, wo wir uns den Duomo S. Maurizio ansahen. Unser Weg führte durch Altstadtstrassen mit sehr schönen alten Häusern, vielen Blumengärten, durch winklige Gassen und über Treppen. Bald erreichten wir wieder die Strandpromenade; denn
für 14 Uhr war die Rückfahrt angesagt.
Am Nachmittag hatte unsere Reiseleitung im Hotel einen Imbiss mit Weinprobe organisiert. Es war auch ein Alleinunterhalter da, welcher die musikalische Unterhaltung bestritt. Bis auf die „drei namentlich genannten Holzbeinträger" wagten viele ein Tänzchen. Es war ein rundum gelungener Nachmittag.
Abends zeigte uns die Küche, dass sie ihr Handwerk versteht. 

Am Montag standen NIZZA und GRASSE auf dem Programm. Über die Autobahn ging es in Richtung französische Grenze. Wir hatten eine italienische Reiseleiterin dabei, welche uns „mit vielen schönen Worten" den Reiseverlauf erklärte. Personalausweise waren an der Grenze nicht erforderlich, denn das vereinte Europa hatte sich bis dahin herumgesprochen.

In GRASSE besichtigten wir die Parfümfabrik MOLINARD. Dort bekamen wir von einer Mitarbeiterin des Hauses einen kleinen Einblick in die Fabrikation. Man erklärte uns, aus welchen Grundstoffen (Blumen, Wurzeln, etc.) - teils aus der Gegend - teils Importe - Parfümgrundstoffe erarbeitet werden. In mein Fotoalbum habe ich geschrieben: „Für mindestens 60 EURO Parfüm gerochen". Dieser Satz erklärt sich aus den Preisen, die wir genannt bekamen.

Nach diesem Besuch machten wir eine Stadtrundfahrt durch NIZZA. Nach einer Doppelrunde am Flughafen vorbei, fuhren wir entlang der Strandpromenade. Wir konnten schöne alte und bekannte Gebäude besichtigen. Über die mittlere und obere Corniche erreichten wir einen Aussichtspunkt, von dem wir einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Hafen hatten.

Anschliessend erkundeten wir Nizza zu Fuss. Vom Parkplatz aus ging es über einen Trödelmarkt, vorbei an schönen, aufwenig renovierten Häusern - eben Touristenmeile. Für mich war ein Pantomime mit zwei Katzen, dessen Vorführung zur Musik sehenswert war, das Beeindruckendste. Ich hätte hier stundenlang zusehen können, wie die beiden Katzen die Musik in Armbewegungen umsetzten. Danach machten wir einen Bummel durch die Altstadt mit ihrem pulsierenden Leben und den sehr interessanten Geschäften.
Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen hatten und in einem kleinen Strassencafè einen Kaffee getrunken hatten, war es schon wieder Zeit zur Rückfahrt. Über die obere Corniche - vielen sicher aus vielen französischen Filmen bekannt - fuhren wir durch eine landschaftlich sehr schöne Gegend. Unterhalb konnten wir einen Blick auf Monte Carlo Monaco werfen. Von der Cote Azur zur Costa dei Fiori, so konnte man die letzten Kilometer der Fahrt nennen.

Dienstag kamen wir dann doch etwas durcheinander: Markttag am Dienstag, wieso nicht Freitag, wie gewohnt? Na ja! Und dann auch noch zu Fuss! Ja, in Follonica wurden wir doch mit dem Bus hingebracht!

Nachdem alle Irritationen beseitigt waren, ging es tatsächlich zu Fuss - ca. 100 m - zum Markt. Es wurde geguckt, gekauft und mancher Spass gemacht. Um 14 Uhr fuhren wir zu einem Imbiss auf ein Weingut.

Die Wirtin begrüsste uns mit einer langen Rede in italienischer Sprache. Ich überlegte: „Wie will Hans-Peter das jetzt alles übersetzen?" aber dann wiederholte die Wirtin alles auf Deutsch.

Na ja, sie wusste schliesslich, was sie gesagt hatte. Überraschung! Und so war auch der Imbiss: abwechslungsreich, wohlschmeckend und nicht ganz konventionell serviert.
 
Unser Team:  Gerd Büchs (Busfahrer), Hans Peter Klein (Reiseleiter), Uli Binder (Reisebegleiterin), Jürgen Schall (Reisebegleiter), Birgitt Fuhr (Reisebegleiterin) von links nach rechts.


 


 

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Mittwoch fuhren wir nach TRINO in der Po-Ebene, dies liegt in der Region Piemont. Trino wurde bei der Hochwasserkatastrophe vor zwei Jahren besonders geschädigt.

AMICIZIA-Mitglieder und der Verein spendeten damals 10.000 DM für die Opfer.
Wir wollten uns jetzt einmal ansehen, was die Bürger nach dem Unglück geleistet hatten. Im Rathaus wurden wir vom Bürgermeister, Alessandro Serra, empfangen, dieser hat uns bei einem Rundgang durch die Stadt begleitet.



Anschließend fuhren wir in ein Lokal auf einen Hügel, Rocca Madonna, wo uns Amicizia ein wunderbares Picknick servieren liess.
Von diesem Hügel hatte man einen tollen Ausblick auf die Po-Ebene und die Reisfelder. Diese Art des Ackerbaus ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig und ich kann mir gut vorstellen, wie es in der Sommerhitze von stechenden Quälgeistern wimmelt.

Das ehemalige Kloster, welches wir nach dem Picknick besuchten - mit 10.000 ha Reisanbaufläche sicher eines der grössten Güter des Gebietes - ist heute im Besitz einer Adelsfamilie.
Der Conte hielt uns einen Vortrag auf italienisch über die Geschichte des Klosters und heutigen Gutes. - Birgitt übersetzte und wurde zwischendurch immer einmal wieder auf deutsch unterbrochen - Nach dem Besuch des Reismuseums - Entschuldigung, für mich war das ein sog. Hofladen - fuhren wir wieder in Richtung Diano Marina.

Halt! Jetzt hätte ich fast etwas vergessen: In der Gegend des Gutes wurde der Film „Bitterer Reis" und auch die Filme „Don Camillo und Pepone" gedreht. Das muss noch gesagt werden, so viel Zeit muss sein.

Für Bauinteressierte: Auf der Rückfahrt kamen wir durch 69 Tunnel und über 28 Beton-spannbrücken - also Strassen können die Italiener bauen!

Am Donnerstag fuhren wir nach SAN REMO. San Remo ist die unumstrittene Touristen-metropole.
Allen sicher bekannt von dem Radklassiker Mailand - San Remo und dem gleichnamigen Schlagerfestival.

Wir richteten unseren Weg in die Altstadt - Pigna - diese engen dunklen Gassen stehen in einem krassen Gegensatz zu dem Luxus und dem Flair der Belle Epoque von dem San Remo heute noch zehrt.

Nachdem wir aus dem engen Gassengewirr - schmal/teilweise direkt Treppen - wieder nach unten stiegen, standen wir vor dem Duomo San Siro.

Gerne hätten wir uns den Blumenmarkt angesehen. Aber, wo dieser früher war, ist heute eine Markthalle mit anschliessendem Fischmarkt.

Pünktlich waren wir wieder am Bus und bekamen gerade noch mit, wie Thereses Handtasche gestohlen wurde.

Die Verfolgung des Diebes durch Gerd und Jürgen brachte leider keinen Erfolg. Die Carabinieri konnten auch nur die Anzeige aufnehmen, was sie bedauerten.


Mit einer kleinen Verspätung fuhren wir ab, um die Künstlerkolonie BUSSANA zu besichtigen. Manchmal ist so ein Ziel nur ein Wunsch; denn die Strasse nach Bussana war für Fahrzeuge über 4 T gesperrt und tragen konnten wir den Bus nicht. Also blieb Bussana ein Wunschtraum und wir fuhren zu unserem „stillen und ruhigen" Hotel zurück.

Am Abend gab es ein Gala-Diner in unserem Hotel. Die Küche zeigte ihre ganze Kunst. Ich kann für mich nur sagen: Selten so gut italienisch gegessen! 
Ja, Marcello - stimmt!



Walter Büchs (Busfahrer), unser "Bestes Stück"


Für Freitag sagte unser Plan:
Heute geht es nach ALBENGA, LAIGUEGLIA, CERVO und ALASSIO.

In Laigueglia machten wir Halt.
Durch die alten Gassen spazierten wir zur Kirche. Nach der Besichtigung derselben, ging es wieder in Richtung Promenade. Über die Piazza Höhr-Grenzhausen - diese Kleinsstadt ist seit 1972 Partnerstadt - die Strandstrasse entlang, ging es wieder zum Bus.

Wir fuhren dann durch Alassio in Richtung Albenga. - Leider gab es in Alassio keinen Stopp -, ich weiss nicht warum -; denn ich hätte mir gerne die berühmte „Muretta" angesehen.

Leider hatten wir uns in Albenga einen schlechten Haltepunkt ausgesucht. Plötzlich musste alles sehr schnell gehen. „In dieser Richtung ist die Altstadt - in dieser Richtung der Strand. - Treffpunkt hier 15.30 Uhr" und weg war die Reisebegleitung.

Wir gingen in Richtung Altstadt, die stimmte, sahen uns eine Kirche und ein Museum an, bummelten noch ein bisschen durch die Gassen und wollten dann Richtung Strand, um dort noch etwas zu trinken. Nachdem wir die genannte Richtung um 90° geändert hatten, kamen wir endlich an den Strand.

15.30 trafen wir alle recht pünktlich am Bus ein und fuhren zurück. Die Stimmung war recht wehmütig; denn es war unser letzter Tag. Nach dem Abendessen wurden die Koffer gepackt.
Wir machten noch einen Bummel am Strand entlang und verabschiedeten uns in Gedanken von der Riviera.

Samstag wurden die Koffer verladen und der Abschied von Diano Marina war endgültig gekommen.

Über Mailand, mit einigen Pausen, führte uns unser Weg über die Schweiz wieder nach Wiesbaden, wo wir pünktlich und gut ankamen.

Schön war die Fahrt.
Vielen wird sie unvergesslich bleiben und einige freuten sich auf einen guten und ruhigen Schlaf.