Nr. 44

 

September 2006


INFORMATIONEN  VON  amicizia  FÜR  amicizia


Liebe Leser, liebe Freunde, cari amici,

wir hoffen sehr, Sie sind bisher gut durch den Sommer gekommen - ganz einfach war es ja nich! Erst die wochenlange Hitze, dann die plötzliche Kälte (automatische Heizungen gingen mitten im August an).Uns bleibt jetzt nur, auf einen „goldenen Oktober“ zu warten. Und auf viele, viele Pilze für die große Fan-Gemeinde! Aber immer dran denken: Nichts Unbekanntes essen!!
Kommen Sie aber ganz ohne Pilze nach Hause, ist das auch kein Grund, traurig zu sein: Sie haben frische Waldluft und Ruhe genossen, haben sich bewegt und in jedem Fall etwas für die Gesundheit getan.

Mit der LETTERA sind wir in diesem Quartal etwas früh, das liegt daran, daß wir Euch und Sie alle nochmal aufmerksam machen wollen auf die Lesung am 8. September 2006, die es bestimmt wert ist, besucht zu werden (s.S. 2).

Außerdem ergeht hiermit sozusagen ein „letzter Aufruf“ an Interessierte für unsere Oktober-Reisen. Melden Sie sich bitte ganz schnell an, wenn Sie mitkommen möchten bei
den Radlern 13. - 21.10.2006
der Seniorenreise 06. - 14.10.2006
der Sprachreise 20. - 28.10.2006

Preise sowie Telefonnummern der Organisatoren finden Sie nebendran an der Pinnwand.

Für den Advents-Frühschoppen ist noch reichlich Zeit, aber vormerken ist nicht verkehrt.
Näheres dazu auf Seite 2.

Mit den besten Grüßen

Ihr / Euer Vorstand

 


 


 

Inhalt:
In eigener Sache / Pinnwand                    Seite 1
Italienisch-deutsche Lesung Seite 2
Advents-Frühschoppen Seite 2
Klingende Brücken (WMK-Reisen) Seite 3
Lardo oder Ladro ? Seite 4
Reise in den Frühling Seite 5
"Ewige Liebe" Seite 5
Bunte Seite (z.B. neue Italienisch-Sprachschule) Seite 6
Impressum  

 


Letzte Reisen für dieses Jahr:

Seniorenreise 6. - 14. Oktober 2006
Preise für Mitglieder:  440,00 €
Infos s. S. 2, Anmeldeblatt liegt bei
Näheres: Herbert Lahr, Tel.: 0177 / 7371970
 
Radler 13. - 21. Oktober 2006
Preise für Mitglieder:  658,00 €
Infos s. LETTERA 42
Näheres: Günter Riege, Tel.: 0611 / 402286
 
Sprachreise 20. - 28. Oktober 2006
Preise für Mitglieder:  590,00 €
Infos s. S. 2, Anmeldeblatt liegt bei
Näheres: Mariann Stahl, Tel.: 0611 / 1409283
Brigitte Mohr, Tel.: 06127 / 61340

 
Für alle Reisen zahlen Nicht-Mitglieder einen Aufschlag von 50,-- €
 
Informationen und Anmeldebogen - wie gewohnt -
auch bei „Marcello“
König Adolf Str. 6
Tel.: 0611 / 540420
 
Veranstaltung:
 
Freitag, 8. September 2006
Italienisch-Deutsche Lesung
mit Elettra de Salvo und Dieter Zimmer
s. Seite 2
 
Sonntag, 1. Advent, 3.12.2006
Frühschoppen mit Musik
s. Seite 2

Stammtisch: 
Jeden 1. Mittwoch im Monat, ca. 19 h

Italienischer Stammtisch:
Jeden 1. Dienstag im Monat, ca. 19 h


 im Bürgerhaus Sonnenberg, Ristorante Marcello
(ausgenommen sind Feiertage)

 



 

Seite 2

Lettera Nr. 44


 



In der letzten LETTERA konnten Sie schon erfahren, wer die beiden Lesenden sind:

Sie: Italienerin, besser gesagt Römerin
Er: Deutscher, besser gesagt Wiesbadener

Die Harfinistin ist möglicherweise noch weniger bekannt, das wird sich nach ihrem Spiel aber ändern, ist doch die Harfe schon „per se“ etwas Besonderes.

Kommen Sie und lauschen Sie!


 

 

Sonntag, 3. Dezember 2006

1. Advent

Frühschoppen
mit der

Oldie-Band

von 11 bis ca. 13.30 h

im Kaisersaal
Bürgerhaus Sonnenberg
König-Adolf-Straße 6

 

amicizia e.V. Wiesbaden
präsentiert
Freitag, 08. September 2006

Italienisch-Deutsche Lesung
mit
Elettra De Salvo & Dieter Zimmer
an der Harfe Vera Meusel

im Bürgerhaus Sonnenberg
„Kaisersaal“
König-Adolf-Str. 6
Vorverkauf: Ristorante Marcello

Preis 9,00 € Einlass ab 18 Uhr 30 Beginn 19 Uhr 30

 
Advent, Advent, ein Kerzlein brennt ...

Es kommt einem ja schon sehr seltsam vor, jetzt mitten im Sommer an den Advent zu denken, an den letzten Monat im Jahr, an Nebel und Kälte - das ist doch alles noch so unendlich weit!??
Na ja, sooo weit ist das alles gar nicht mehr.
Deshalb merken Sie sich den Termin ruhig ‘mal vor und kommen Sie dann am 1. Advent zum Frühschoppen in den Kaisersaal!

Falls Sie sich fragen sollten, wer ist denn überhaupt diese „Oldie-Band“, die kennen wir doch gar nicht?!
Doch, doch, Sie kennen sie gewiß:
Es ist die Gruppe um Herbert Kohn und Helmut Viehmann. Es sind die Musiker, die auch beim vergangenen Advents-Frühschoppen vor der Pause aufgespielt hatten. Diesmal werden sie uns als alleinige Gruppe mit ihren „Oldie-Ohrwürmern“ in Schwung bringen.
 
Anmelde-Formular sowohl für Senioren- als auch für Sprachreise liegt bei (1 x Vorderseite / 1 x Rückseite)

 

Seite 3

Lettera Nr. 44


Klingende Brücken
Jugendsinfonieorchester der WMK konzertiert mit Partnerchören in der Toskana

Als Beitrag zum 25-jährigen Jubiläum von amicizia waren im vergangenen Jahr zwei Chöre aus der Toskana in Wiesbaden zu Gast, um mit dem Jugendsinfonieorchester der Musik- & Kunstschule das Oratorium „La risurezzione di Cristo“ von Lorenzo Perosi aufzuführen. Das stimmungsvolle Konzert in der vollbesetzten Basilika von Kloster Eberbach hat bei Mitwirkenden und Zuhörern einen großen Eindruck hinterlassen und führte umgehend zu einer Gegeneinladung der italienischen Choristen. Für die Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation hatte man sich vorgenommen, das spätromantische Oratorium diesmal in voller Länge aufzuführen. Dank der langjährigen Projekterfahrung mit Chören der Toskana und mit Hilfe von amicizia fiel die Entscheidung nicht schwer - direkt nach Ostern, am 17. April, starteten die jungen Musiker zum einwöchigen Konzertaustausch in Richtung Süden.

Das Jugendorchester aus Wiesbaden wurde mit großer Herzlichkeit aufgenommen.
Unvergessen bleibt die Unterkunft im Ostello Ponte dè Medici, einem alten Brückenturm in Fucecchio, der aus der Renaissance stammte. Eingebettet im Dorfleben und verwöhnt von den Köchinnen in San Miniato erlebte man italienisches Leben hinter den Kulissen – sozusagen im ständigen Wechsel zwischen Proben und Pasta. Eine authentische Begegnung, wie sie Schülerinnen und Studierende nur selten erleben können. Abgerundet wurde die Konzertreise von einem abwechslungsreichen Kulturprogramm: Siena, Pisa und San Miniato hinterließen bei strahlendem Sonnenschein bleibende Eindrücke – insbesondere aber auch der ausgiebige Nachmittag im malerischen Weingut Cosimo Masini hoch über dem Arnotal.

Im Mittelpunkt stand jedoch eine intensive Probenarbeit, um Perosis Oratorium komplett aufzuführen. Renommierte und versierte Solisten sorgten für die authentische Belcanto-Atmosphäre bei diesem ehrgeizigen Projekt. Achtzig Sängerinnen und Sänger der beiden Chöre („Monsignor Cosimo Balducci“/San Miniato und „Coro vico alto“/Siena) bildeten ein machtvolles Ensemble, das stimmgewaltig und mit großem Temperament auftrat. Bei der gemeinsamen Arbeit begegneten sich italienische und deutsche Musiker ebenso wie Jung und Alt – ein vielfach übergreifendes Projekt, das damit auf ganz besondere Weise den Gedanken von Freundschaft und Zusammenarbeit zum Ausdruck brachte.

Beeindruckend wie erfolgreich waren die Konzerte in der Chiesa di San Domenico (San Miniato) und in San Francesco (Siena). Unter der Leitung von Christoph Nielbock traten über 130 Mitwirkende und sechs Solisten auf. Das italienische Publikum reagierte begeistert auf die denkwürdigen Aufführung, die bei allen Mitwirkenden tiefe Eindrücke hinterlassen hat – nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen der herzlichen und vertrauten Begegnung.

Michael Müller hat das Projekt auch diesmal wieder persönlich begleitet und als „Cicerone“ die vielfältige Organisation vor Ort koordiniert. Sein Kommentar: „Musik hat die Menschen zusammengeführt und eine wunderbare Atmosphäre entstehen lassen. Die Ideen und Ziele von amicizia haben sich einmalig verwirklicht - es war trotz aller Anstrengungen einfach unvergesslich.“
„La Risurrezione di Cristo“ (Auferstehung)
von Lorenzo Perosi nun auch auf auf CD

Damit nun auch die vielen Musikliebhaber, die bei der Aufführung von Perosis Oratorium weder in San Miniato noch in Siena dabeisein konnten, die Musik wenigstens zu Hause hören können, gibt es die CD - frisch importiert - käuflich zu erwerben.

Sie erhalten die Komplettaufnahme im
Restaurant „Marcello“
Bürgerhaus WI-Sonnenberg König-Adolf-Str. 6
zum Preis von 11,-- €.

Viel Freude beim Zuhören!

 
Zitat aus Arabien
Wer nie jagte und nie liebte,
nie den Duft der Blumen suchte
und nie beim Klang der Musik erbebte,
ist kein Mensch, sondern ein Esel.

 
Wenn wir schon bei Musik sind -
hier noch ein kleiner Beitrag zum Mozartjahr
Joannes Chrystostmus Wolfgangus
Theophilus Mozart
Silberstiftzeichnung von Doris Stock (1789)
- gilt als das authentischste Bild Mozarts -
 


Aus der „Deutschen Chronik“ des Dichters Chr. F. D. Schubarts von 1775:

„Auch eine Opera buffa habe ich gehört von dem wunderbaren Genie Mozart. Sie heißt: La finta Giardiniera. Genieflammen zucken da und dort, aber es ist noch nicht das stille, ruhige Altarfeuer, das in Weihrauchwolken gen Himmel steigt. Wenn Mozart nicht eine im Gewächshaus getriebene Pflanze ist, so muß er einer der größten Komponisten werden, die jemals gelebt haben.“
 

 

Seite 4

Lettera Nr. 44


 
„Lardo“ oder „ladro“ ??
Wer kennt diese zwei italienischen Begriffe und ihre Bedeutung?
Es existiert beides – der Unterschied ist aber so groß, wie er kaum größer sein könnte!
Während der „ladro“ ein Dieb ist, ist der „lardo“ eine Köstlichkeit. Genau heißt diese Köstlichkeit „lardo di Colonnata“ und ist fetter weißer, gewürzter Speck, der in Colonnata, einem kleinen Örtchen bei Massa / Carrara, produziert wird.

Colonnata liegt über 500 m hoch in den Apuanischen Alpen, dort, wo der herrliche weiße Marmor gebrochen wird, aus dem z.B. Michelangelo seine unglaublich herrlichen Figuren geschaffen hat. Wann es zum ersten Mal den Lardo gegeben hat, ist unbekannt, aber man geht davon aus, dass in Colonnata schon zur Römerzeit Schweinefleisch konserviert wurde. Der Name „Colonnata“ geht zurück auf eine Kolonie von Sklaven, die von den Römern in den Marmorbrüchen eingesetzt wurden. Außerdem ist erwiesen, dass die Römer wussten, wie wichtig Speck für die Ernährung derjenigen war, die Schwerarbeit verrichten mussten. Reich waren die Schwerstarbeiter ganz gewiß nicht, also war Schweinefleisch das Nächstliegende.
Von den Langobarden hatte man die Fleischverarbeitung übernommen, und in Colonnata lebten im Mittelalter die Menschen, als der Marmorabbau fast eingestellt wurde, von der Schweinemast und vom Fleischerhandwerk, das sie vorzüglich beherrschten. Maurermeister erhielten in der Langobardenzeit nachweislich 5 kg Speck, bevor sie mit den ihnen übertragenen Arbeiten begannen. Ähnliches ist für die gesamte Zeit des Mittelalters belegt, in der die Verarbeitung und Haltbarmachung von Schweinefleisch erheblich weiterentwickelt wurde.
Als schließlich in der Zeit der Renaissance Michelangelo zur Auswahl seiner Marmorblöcke nach Carrara kam, gab es den mit spezieller Methode behandelten Lardo di Colonnata schon, und er soll ihn besonders geschätzt und auch auf Vorrat eingekauft haben.

Der Lardo di Colonnata ist nun aber kein gewöhnlicher Speck, sondern ein speziell aufbereiteter. Zunächst einmal sucht man die richtigen Schweine. Bevorzugt wird die geschützte Rasse „Cinta Senese“ aus dem Gebiet von Siena. Spätestens 72 Stunden nach der Schlachtung muß der Speck verarbeitet werden. Er wird in ca. 3 bis 5 cm dicke Streifen geschnitten, mit Meersalz eingerieben, mit Knoblauch, verschiedenen Kräutern und Gewürzen bedeckt und kommt in spezielle, verschließbare Tröge aus Marmor, in die sogenannten „conche“, die eines der Geheimnisse der Produktion ausmachen. Durch den Marmor kann ganz langsam Luft ins Innere gelangen – gerade so viel, dass die Aromen nicht verschwinden und der Speck weder schlecht wird noch fault. Nach ca. 6 Monaten Geduld für die Reifezeit im Keller kommt ein würziger, milder, frischer, ganz leicht süßlicher, im Munde fast zergehender Speck aus dem Marmortrog.
Dieses unvergleichliche Produkt hat - als einziges in seiner Kategorie - im Jahr 2004 die Herkunfts-Schutzbezeichnung Ipg (Indicazione georgrafica protetta) bekommen. In der Begründung heißt es dabei u.a.:


La storia del Lardo - lavorazione
 

 „Der Erfolg des Lardo di Colonnata“ ist nicht nur auf die optimale Dosierung von Rohwaren und Gewürzen oder auf die Verwendung der typischen Marmorgefäße zurückzuführen, sondern (….) als ein wichtiger Faktor auf das handwerkliche Können, das sich im Laufe der Zeit mit der Ausübung einer Tätigkeit herausgebildet hat, die – und dies muß betont werden – in Colonnata nie nur ein Spezialgebiet der Fleischer oder Wursthersteller war, sondern ein eigenständiger Beruf.“
Die Herstellung ist übrigens zeitlich begrenzt auf die Monate September bis Mai.

Das italienische Weinmagazin „Il mio Vino“, dem ein Teil des Geschriebenen entnommen ist, empfiehlt zum Verzehr des in möglichst dünne Scheiben geschnittenen Lardo getoastetes, noch warmes Brot. Dazu sollte man einen Wein mit kräftiger Säure trinken, denn diese löst das Fett im Mund. Noch besser soll ein perlender Wein sein, z.B. ein Prosecco della Valdobbiadene, weil Kohlensäure und Säure gute Gegenspieler zum Fett sind.

Wer demnächst wieder in die Toscana kommt, findet den „Lardo di Colonnata“ sicherlich in einem Feinkostgeschäft, aber auch in vielen Supermärkten wird er verkauft.
Wollen Sie alle Produzenten erfahren, denn oft kann man den Lardo direkt dort bestellen, wenden Sie sich an die
Associazione Tutela Lardo di Colonnata
Tel.: 0039 / 0585 / 768069
e-mail: asstutlardocolonnata@tiscalinet.it

(Auf Seite 6 finden Sie ein Nudel-Rezept mit Lardo)

 

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Lettera Nr. 44


Frühlingsreise 2006 in die Toscana
Am Samstag unserer Ankunft, 13.05.06, im Golfo del Sole stimmten die Nachtigallen in den Wipfeln der Bäume ihre Lieder an, obwohl es erst Nachmittag war. Nicht das erste Mal, dass wir sie neben unseren Bungalows hörten, und schon auf der Fahrt über den Brenner hatten wir uns gefragt, ob sie uns wieder begrüssen würden. Einen Samstag später, dem Tag unserer Abreise, klatschte das Meer laut, wild und stürmisch gegen die Buhnen.

Dazwischen lagen sieben wunderschöne Maientage, warm und sonnig, eben so, wie man es sich vorstellt, wenn man das Wort Toskana hört.
Wie immer bei unseren Reisen nach Follonica ging es am Sonntag Vormittag nach Massa Marittima. Es war Muttertag und viele Kinder im Städtchen trugen Blumen, die sie wohl ihren Müttern bringen wollten.
Am Platz vor dem Dom, einladend wie immer, mussten wir alten Hasen unbedingt einen Cappuccino trinken, die Neulinge sahen sich noch schöne Winkel an, bevor es ins Weingut Serraiola zur Weinprobe ging. Vor 5 Jahren waren wir schon einmal hier. Es hatte sich ein wenig verändert, aber der kleine Korkeichenwald hinter dem Haus kam uns so bekannt vor, wie der Chef selbst.
Zurück ins Golfo begrüssten wir dann „unser“ Meer.
Montag, Dienstag, Donnerstag fuhren wir durch die liebliche und bunte toskanische Hügellandschaft, nach Volterra, wo mancher ein Mitbringsel aus Alabaster erstand, nach Abbazia di San Galgano, der Zisterzienser – Abteikirche ohne Dach, nach Castagneto Carducci mit seinen blumengeschmückten Strassen und nach Bolgheri mit der längsten Zypressenallee.
Am sogenannten freien Mittwoch fuhr der Grossteil der Gruppe nach Rom. Wie an allen Tagen begleitete uns auch hier mit Informationen unsere altbekannte Irene, die – Gott sei´s gedankt – nicht mehr so ein arges Tempo anschlug.
Und schon zur lieben Gewohnheit geworden, bereiteten unsere fleissigen Betreuer, diesmal gummibehandschuht und mit hohen weissen Kochmützen, uns manch leckeres Picknick.
Einige unserer Gruppe fuhren am Freitag nach Pisa, die anderen besuchten vormittags den Markt in Follonica. Kaum einer, der nicht irgendetwas kaufte und sei es ein Badeanzug, der nachmittags gleich im Meer eingeweiht wurde, obwohl er eigentlich zu eng war.
Nach einer Woche Toskana ging es dann wieder Richtung Heimat. Gerne wären wir noch 2, 3 Tage geblieben.
Wir fuhren durch den Gotthard-Tunnel, und als der grosse Felsbrocken dort auf die Strasse stürzte und zwei Menschen tötete, waren wir längst wieder daheim, voll mit schönen Erinnerungen.

Eva Lauk-Benz und Hannelore Tippner

Glosse - von Wolf Thieme

Es muß Liebe sein!
Auf Mallorca hat das Gemecker eines spanischen Politikers über den vorwiegend deutschen Massentourismus und die Ankündigung einer Kurtaxe für leere Hotelbetten gesorgt. Stolz wie ein Spanier und beleidigt wie eine deutsche Leberwurst sind wir in die Türkei umgezogen – auch andere Mütter haben hübsche Töchter und andere Länder schöne Strände.
Aber Italien? Die schrillen Töne um Berlusconi haben uns nicht treffen können, das Gezeter im Sommertheater ist verhallt. Wir werden weiterhin unsere Seele im Sehnsuchtsland spazieren führen. Es ist Liebe.
Meinen römischen Freund Livio überrascht das nicht. Die Deutschen seien nun mal hoffnungslose Romantiker, deshalb ziehe es sie jedes Jahr acht Millionen hoch in das romantische Land unter ewig blauem Himmel. Die Sonne! Der Wein! Die Pasta! Die Kultur!
Nun können wir nach diesem Sommer (2003) auch in Deutschland nicht über einen Mangel an Sonne und blauem Himmel klagen. Wein und Pasta serviert Luigi um die Ecke in einer Qualität, die manche Osteria im bel paese verlegen machen würde. Gut, in der Kultur sind sie uns über, schon rein zeitlich mit ein paar Tausend Jahren. Doch Kultur ist eine Sache des Kopfes, der Bildung, der Ästhetik. Wir aber sind italientrunken. Denn es ist Liebe. Eine schwärmerische Liebe, die wie jede Leidenschaft auch blind macht.
War es nicht wunderschön, dieses kleine Café in der Toskana, trotz der durchgessenen Plastikstühle, der sägenden Mopeds, der marikkanischen Sonnenbrillenverkäufer und dem unvermeidlichen Strafzoll fürs Hinsetzen? Diese traumhafte Gondelfahrt durch die nächtlichen Kanäle Venedigs zum Preis eines Mittelklassewagens? Der köstliche Soave mit dem Goldetikett, den jeder Italiener über den Kopf des Kellners gießen würde?
Das Land, in dem die Zitronen blühen, „Tankstelle der Illusionen“, sagt der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger. Stets heitere Menschen in einem makellosen Arkadien, das wir im hohen Norden ersonnen haben. Mit diesem Klischee im Herzen sind wir immun gegen alle Widrigkeiten und sehen nur, was wir sehen möchten. Gut so. (....)
Es sieht uns ähnlich, nach der Ratio romantischer Gefühle zu suchen. Warum läuft der deutsche Familienvater im ersten Bistro hinter der französischen Grenze plötzlich wie Yves Montand? Warum kann der Linguistik-Professor aus Berlin am Strand von Kreta Sirtaki tanzen und nicht daheim am Müggelsee? Weshalb schmeckt Ouzo nur unter Olivenbäumen? Warum macht das Gedrängel in einer Tapas-Bar glücklich?
Die Gestade des Mittelmeeres sind unser Zufluchtsort. Hier wird unser Kopfkino Wirklichkeit. In diesem Spiegelbild können wir von einem ganz anderen Leben träumen. Von Daseinsfreude, Vitalität und Leichtigkeit jenseits aller Enge, aller Zwänge. Diese Faszination macht den Süden unwiderstehlich. Eine Fata Morgana? Nicht doch. A m o r e !

 

 

Seite 6

Lettera Nr. 44


Aus italienischen Kochbüchern

Schmetterlingsnudeln mit Trüffelbutter und
Lardo di Colonnata
 (4 Personen)

350 g Farfalle (oder andere kurze Nudeln)
300 g Lardo di Colonnata, in feinen Scheiben
1 Döschen Trüffelbutter
gehackte Petersilie
Olivenöl, Salz und Pfeffer

Trüffelbutter in einer Pfanne zergehen lassen, den in feine Streifen geschnittenen Lardo hinzufügen, salzen, pfeffern und 5 Min. bei geringer Hitze ziehen lassen.
Die in Salzwasser gekochten Nudeln abgießen und in die Pfanne geben. Alles gut vermischen, die frische Petersilie dazugeben und servieren.

Anm.: Das Rezept kommt diesmal aus dem Internet
(www.kochbu.ch)
 
Jetzt im Herbst mit neuen Kartoffeln ein Genuß:
Kartoffel-Zucchini-Omelett
(für 2Personen)

400 g fest kochende Kartoffeln
1 kleiner Zucchino
2 Tomaten
2 Schalotten
2 Knobi-Zehen
2 Eier
weißer Pfeffer, Salz
2 EL geriebener Pecorino od. Bergkäse
1 Bd Schnittlauch oder Basilikum

Pellkartoffeln garen, schälen und in Scheiben schneiden. Zucchino vierteln und in feine Streifen schneiden.
Tomaten häuten und würfeln.
Schalotten hacken und mit dem gepreßten Knoblauch im Olivenöl glasig werden lassen, Zucchinoscheiben kurz darin andünsten.
Kartoffeln und Tomaten dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen.
Eier verquirlen, mit dem Käse und Schnittlauch (bzw. Basilikum) vermischen und über die Kartoffeln gießen.
Omelett bei schwacher Hitze etwa 10 Min. stocken lassen, umdrehen und weitere 5 Min. ausbacken.
 
Als neue Mitglieder begrüßen wir sehr herzlich:
Giani, Dorothea
Giani, Paul Leo
Janssen, Barbara
Konradi, Heidi
Linhart, Ute
Linhart, Dr., Peter
Rommel, Erika
Info-Abend
„Neue Sprachschule für Italienisch“

Kürzlich hat sich bei uns im Vorstand eine junge Dame, Frau Dr. Claudia Passaquindici, vorgestellt, die gerade eine Italienischschule in Wiesbaden eröffnet hat und gerne mit unserem Verein zusammenarbeiten möchte.
Sie bietet Kurse für kleine Gruppen sowie Einzelunterricht an und legt Wert auf hohe Qualität und individuelle Betreuung.
Um allen Interessierten Gelegenheit zum Kennennenlernen von Lehrerin und Programm zu geben, haben wir einen Informationsabend geplant für:

Mittwoch, 27. September 2006, 18.30 h

im Bürgerhaus WI-Sonnenberg,
König-Adolf-Str. 6,
Vereinsraum II.

Schauen Sie ganz unverbindlich rein und lassen sich alle Möglichkeiten erklären!

 

Anmerkung zur Fußball-WM
Nicht jeder Mensch ist ein Fußball-Narr oder -Fan; natürlich nicht. Aber ob nun großer, kleiner oder gar kein Fan: Konnten Sie nicht auch alle feststellen, daß in den 4 Wochen der WM die Deutschen fröhlicher und aufgeschlossener waren als sonst?
Mit Sicherheit hat das ausnahmsweise großartige Wetter zur Stimmung beigetragen und uns ein wenig von der Lebenslust des Südens beschert.
Aber was meinen Sie: Könnten wir uns von dieser Fröhlichkeit und Leichtigkeit nicht auch etwas für die Zukunft erhalten?? Mit manch einem der vielen kleinen Problemchen, die sich uns in den Weg stellen, wäre doch sicher einfacher umzugehen, oder?



 

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