Sant'Antimo

 
Sant’Antimo

Einst eines der mächtigsten Klöster des Mittelalters, liegt Sant‘Antimo heute einsam in einem Tal, 10 km südlich von Montalcino, inmitten von Feldern und Olivenhainen. Der Campanile (Glockenturm) wird flankiert von einer großen Zypresse, und Ölbäume umgeben die Apsis. Von der Abtei ist nichts mehr zu sehen, aber die erhaltene Kirche ist unbestritten die schönste romanische Landkirche der Toscana.

Als Gründer von S. Antimo an der mittelalterlichen Pilgerstraße gilt Karl der Große. Urkunden belegen, daß das Kloster 813 bereits bestand und mit ungewöhnlich reichen Schenkungen bedacht wurde, die aus ihm schnell eine der reichsten und mächtigsten Abteien des Landes machten.
Vieles spricht dafür, daß es der Bau der Kirche war, der den Niedergang der Benediktiner-Abtei förderte, überstiegen doch die 1118 begonnenen Arbeiten selbst die Finanzen eines so reichen Klosters; 1260 wurden die Bauarbeiten unvollendet eingestellt.

Die Fassade ist schlicht und nur mit wenigen Schmuckelementen versehen.

Rechts schließt sich an die Kirche eine kleine, schlichte, hochmittelalterliche Kapelle an, die sogenannte karolingische Kapelle, ein rechteckiges Schiff mit halbrunder Apsis und ist heute als Sakristei genutzt. Sie unterscheidet sich durch ihre unregelmäßig gesetzten, roh behauenen Quadern eindeutig von den glatten Steinen der Kirche des 12. Jahrhunderts. Unter ihr liegt eine Krypta, die die älteste der Toscana sein soll.

Das dreischiffige Innere ist ungewöhnlich hoch, hat die typische romanische Basilikaform mit Empore und Säulen und Kreuzpfeilern im Wechsel, hat aber eine unglaubliche Leichtigkeit, zumal dann, wenn die Sonne durch die kleinen Fenster kommt und die Alabaster-Säulen und –Kapitelle hell und licht erscheinen.

Den Kapitellen sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken - sie sind außerordentlich sorgfältig ausgeführt, vermutlich französisch beeinflußt und haben wunderschöne Motive; das Glanzstück ist „Daniel in der Löwengrube".

Die Emporen haben einen Durchgang zum Chorumgang bzw. einen Verbindungsgang auf der Fassadeninnenwand. Einen Teil der Empore nimmt eine Bischofswohnung ein, die im 15. Jh. eingerichtet wurde; ein Kamin ist noch zu sehen und an den Wänden Freskenreste mit Szenen aus dem ländlichen Leben.
Es war die Wohnung eines Bischofs von Montalcino, der weltlicher Abt von Sant‘Antimo wurde.

Auf den Altarstufen steht eine Art steinerner Chronik, die besagt, daß im Jahre 1118 mit den Bauarbeiten begonnen wurde.

Zur Ausstattung gehören noch ein romanisches Holzkreuz und eine romanische Holzplastik „Madonna mit Kind".

Rechts führt eine Treppe in die Krypta mit einem römischen Grabstein als Altar.

1462 wurde der Konvent aufgehoben, aber seit 1979 lebt hier wieder eine kleine Gemeinschaft von Augustiner-Mönchen.