Roselle

 

Roselle

Wer in die Toscana kommt und sich für die Geschichte der Etrusker interessiert, für den ist es fast ein Muß, sich die Ausgrabungsstätte von Roselle (nicht weit von Grosseto) anzusehen!

Die Archäologen stießen bei ihren Untersuchungen nicht nur auf römische und mittelalterliche Reste, sondern fanden auch Zeugnisse aus der Etruskerzeit. Es ist belegt, daß die Anfänge der Stadt Roselle im 8. Jh. vor Chr. liegen. Es hatte damals direkten Zugang zum Meer, nahm einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg durch seine Landwirtschaft und wurde bald eine der wichtigsten Städte im nördlichen Etrurien.

Etrurien, das Land der Etrusker, war kein Staat im heutigen Sinne. Von antiken Autoren weiß man, daß die Etrusker einen 12-Städte-Bund schlossen, bei denen diese Städte aber ihre Selbstständigkeit behielten. Ihr Reich erstreckte sich in etwa von Lucca bis Rom.
(s. Karte auf der rechten Seite)

Anders als andere Städte fiel Roselle nicht kampflos an Rom, sondern wurde erst nach langer Belagerung und schweren Kämpfen erobert. Es verlor nach 200 vor Chr. nach und nach an Bedeutung. Die immer wieder einfallende Barbarenheere und Sarazenen beschleunigten den Niedergang. Als Papst Innozenz III. seinen Bischofssitz von Roselle nach Grosseto verlegte, endete die Geschichte der Stadt.

Was wir heute noch sehen können, sind Teile der im 6. Jh. vor Chr. von Etruskern begonnen und bis in spätrömische Zeit hinein gebauten, damals 3 km langen Stadtmauer.
Die etruskischen Teile sind aus mächtigen Polygonalblöcken aufgetürmt, bis 7 m hoch und an der Basis bis zu 2,50 m stark.

7 Stadttore gab es einst, durch eins von ihnen betreten wir heute die Anlage und gelangen über einen Feldweg zwischen den beiden Hügeln, auf denen die Stadt gebaut war, zum römischen Forum. Zu erkennen sind Fundamente eines mittelalterlichen Turmes und eines Thermalbades aus der römischen Kaiserzeit; hier sogar noch Reste eines Mosaikbodens mit maritimen Motiven.
Weiter ansteigend gelangt man zum Amphitheater, einem Oval, dessen Grundmauern noch von den Etruskern stammen. Herrlich der Blick in die Landschaft, wunderbare Ruhe, nur Vögel zu hören - unglaubliche Athmosphäre!
Ebenso beeindruckend ist die alte Fahrstraße, auf der ganz deutlich die von den Fuhrwerken abgefahrenen Rillen zu erkennen sind (s. oben).

Neben dem Amphitheater befinden sich Reste von Wohnhäusern des späten 6. Jhs. vor Chr., außerdem kann man den heiligen Bezirk sehen, in dem man die in Grosseto ausgestellten Statuen der julisch-claudischen Kaiserfamilie fand.