Grosseto

 
Grosseto

Provinz-Hauptstadt und Hauptort der Maremma.
Dank der Trockenlegung der Sümpfe ist Grosseto heute ein bedeutendes Landwirtschafts– und Verwaltungszentrum.
Das Centro storico ist zum größten Teil Fußgängerzone, ist nicht sehr groß, wird aber von einer interessanten hohen, im Sechseck gebauten Stadtmauer umgeben. Im Auftrag der Medici in den Jahren 1574—1593 errichtet, ist sie auch heute noch vollständig erhalten bzw. in kleinen Bereichen liebevoll restauriert. Ähnlich wie in Lucca kann man auf der breiten Krone wunderbar bequem lustwandeln.

Unter Leopold II., dem letzten Großherzog der Toscana, wurde 1835 die Befestigungsanlage zu Promenaden und Gärten umgestaltet. Bei einem Rundgang auf der Mauer stößt man im Nordosten der Anlage auf die Fortezza Medicea, einem Bau aus dem 16. Jh. mit trutzigen Mauern, der von toscanischen Häftlingen in 19 Jahren errichtet wurde.

Piazza Dante
mit Denkmal Leopold II, gekleidet wie ein Römer, zertritt er drei Schlangen, die die Malaria symbolisieren.
Im Hintergrund die Prozinzregierung

Die Piazza Dante ist der größte Platz.

Beherrscht wird er vom Dom San Lorenzo. Um 1300 wurde er erbaut und in späteren Jahrhunderten mehrfach umgebaut. Zuletzt wurde Mitte des 19. Jh. die Fassade neoromanisiert. Zur alten Bausubstanz gehören der Campanile und die Südseite: Die beiden Fenster mit den Skulpturen, die Heiligenfigur in der Nische zwischen den Fenstern und das Portal mit dem Architrav (Querbalken über Säulen).

Im Inneren sehenswert sind ein großes Taufbecken von 1470, ein sienesisches Kruzifix und ein Altarbild des 15. Jh. sowie 2 Glasfenster im rechten Seitenschiff, ebenso aus dem 15. Jh.
Rechts vom Dom fällt das schöne Gebäude der Provinzregierung ins Auge.
Es wurde im 19. Jh. im Stil eines Florentiner Stadtpalastes errichtet.

Hat man ausreichend Zeit, ist in jedem Fall lohnend der Besuch des Museo Archeologico d‘Arte della Maremma an der Piazza Baccarini.
Hauptattraktion des 1975 eingerichteten Museums ist die etruskische Sammlung, die bedeutendste nach denen des Archäologischen Museums von Florenz und der Villa Giulia in Rom. Zu sehen sind z.B. Grabbeigaben und Töpferwaren der Villanova-Kulturen (10.– 8. Jh. vor Chr.) und Funde von den Ausgrabungen in Roselle.

Die Kirche San Francesco ist ein schlichter Backsteinbau, stammt aus dem 13. Jh. und bewahrt in seinem Inneren ein Holzkruzifix und Freskenreste aus dem 14. Jh. auf.

Links neben der Kirche ist der ehemalige Franziskaner-Konvent mit einem (wiederaufgebauten) Kreuzgang; darin ein 1590 errichteter Brunnen.

Allen Kauflustigen sei ein Rundgang empfohlen, es gibt nämlich nette Geschäfte, und verlaufen kann man sich nicht; man findet immer wieder zur Piazza zurück.