Follonica

 


Follonica, S. Leopoldo

Follonica

Im vergangenen Jahrhundert noch ein mittleres Dorf, ist Follonica inzwischen eine moderne Stadt geworden. Wenn der Ort selbst auch nicht sonderlich attraktiv ist, macht die Lage einiges wett: Eine wunderschöne Meeresbucht mit Blick bis Elba und manchmal auch bis Corsica, ein schöner Sandstrand und klares Wasser lassen die langweiligen Hochhäuser vergessen.

Das Hinterland ist die Maremma, die Teil des etruskischen Stammlandes war. Die Etrusker nutzten den Erzreichtum und die Römer legten durch ausgeklügelte Entwässerungssysteme das Land am Meer trocken, daß die Maremma die Kornkammer der Toscana wurde.

Nach dem Niedergang Roms versumpfte das Land wieder, die Malaria wütete und die Maremma verarmte.

Im 19. Jh. wurden die Sümpfe endlich trockengelegt und Follonica nahm seinen Aufschwung als Industriezentrum. Leopold II, Großherzog der Toscana, ließ unmittelbar neben dem alten Schmelzofen der Medici eine moderne eisenverarbeitende Kleinstadt entstehen. Diese Fabrik-Stadt ist zwar nicht mehr im Einsatz, aber sozusagen als Freilichtmuseum anzusehen und lohnt wegen seiner Einmaligkeit in jedem Fall einen Besuch. Große Brennöfen, hübsche Fabrikgebäude, aber auch kleine Arbeiter-Siedlungen (heute noch bewohnt) stellen sich als geschlossenes Ensemble dar. Immer wieder auffallend sind kunstvolle filigranartige Verzierungen an Toren und Geländern - Meisterwerke der Eisengießerei, die weit über ihre Grenzen bekannt waren.

Eine weitere Einzigartigkeit ist auch die Kirche San Leopoldo (18. Jh.) mit ihren vielen gußeisernen Reliefs, Säulen und Figuren. Sogar die Kanzel ist aus Gußeisen.
Seit einigen Jahren gibt es auch ein Museum zum Thema Eisengießerei, u.a. mit kunstvollen Guß-Modellen.

Ganz interessant zu wissen: Seit kurzem gibt es zwischen Follonica und New York, USA, ein gemellaggio (eine Städtspartnerschaft), weil beide Orte zunächst gegründet wurden als Fabrik-Städte.

Follonica ist heute ein Städtchen mit vielen guten Geschäften, netten Bars, und ist als Urlaubsort besonders beliebt bei Eltern mit Kindern. Das Meer ist absolut klar und sauber, hat keinerlei Strömungen und das Ufer fällt sanft ab, ist also ideal zum Spielen.

Zum Glück hält Wasser die Wärme ja recht lange, daß es oft auch bis in den November noch möglich ist, im Meer zu schwimmen (manchchmal kostet es dann im ersten Moment eine kleine Überwindung, dann aber ist es ein ungeheurer Spaß).

Falls Sie dann bei einem Gang durch Follonica da und dort das Wort butteri lesen (als Straßennamen, bei Ankündigungen von Festen o.ä.), dann sei gesagt, daß es sich hierbei um die Maremma-Cowboys" handelt. Der Name kommt von „buon ductor" und meint damit nichts anderes als Schaf– oder Ziegenhirt.

In der Maremma haben die Butteri aber nicht mit Haustieren zu tun, sondern müssen z.B. halbwilde Pferde zureiten, um damit die Herden der im freien Gelände lebenden Maremma-Kühe zusammentreiben zu können. Sie haben bis heute diese Aufgabe, und sund auch die Bewacher der Nationalparks.
(s. auch unter „Maremma").


Maremma-Rinder

Eine Geschichte erzählt, daß der legendäre Cowboy Buffalo Bill 1890 mit seiner Truppe durch Europa reiste und auch nach Rom kam. Dort wurde dann ein Wettstreit ausgetragen, bei dem die toscanischen Butteri die Pferde der Cowboys reiten mußten und umgekehrt.

Wer damals gewonnen hat, weiß keiner mehr so genau. Die Butteri behaupten natürlich, sie seien es gewesen. Die Cowboys auch!

 
Wandert man stadtauswärts, immer am Meer entlang, kommt man nach ca. 2 km an eine große Ferienanlagemit vielen Bungalows und Appartments, dem „Golfo del Sole" unter Schweizer Leitung. Hier wohnen wir mit amicizia und haben zu unseren Reisezeiten im Frühjahr und im Herbst mit Sicherheit keine Probleme mit großen Touristenströmen. Trotzdem werden wir sicherlich wie jedes Jahr aufs Neue am Strand den unermüdlichen Afrikanern begegnen, die ihre Waren an den Mann oder die Frau bringen wollen; für ein Schwätzchen sind sie auch immer zu haben!
Am Hotel kann man sich Fahrräder mieten oder auch Pferde zum Reiten, Tennisplätze sind vorhanden, Wassersport gibt es sowieso, und abends gut essen gehen ist auch ein Vergnügen!