Florenz

 

Florenz
Stadt der Heiligen, Künstler und Engel

Ob Florenz, ob irgend eine andere Stadt der Toscana — das Wappen der Medici ist untrennbar mit der Toscana verbunden.
Dank der Kunstliebe und dem riesigen Vermögen der Medici gibt es in der gesamten Toscana unendlich viele Kunstschätze zu sehen, die schier nicht aufzuzählen sind.
Alleine in Florenz könnte man Wochen zubringen, um alle Gebäude, alle Gärten, alle Kunstwerke in und um Museen ausgiebig zu bewundern.

Vermutlich sind bei unseren amicizia-Reisen einige Gäste, die Florenz schon kennen, manche vielleicht sehr gut, andere möglicherweise nur in Bruchstücken.
Unter der Voraussetzung, daß jeder zumindest einen kleinen Stadtführer hat, möchten wir nur einige wenige Tips geben, für Dinge, die — wie es scheint —manchmal zu kurz kommen.


Bargello — Nationalmuseum

Allein das Gebäude ist wunderschön; mit dem Bau des Palastes wurde 1255 begonnen. Ein an 3 Seiten in Arkaden gegliederter Hof mit einer eleganten, zu einer Loggia hinaufführenden Freitreppe und eingelassene Wappen der verschiedenen Podestà (mittelalterl. Stadtvögte) wirkt wie eine romantische Bühne.
Im 16. Jh. wurde er zum Gebäude des Bargello (Gerichtsgebäude).
Zu sehen sind u.a. Werke von Giambologna sowie Donatellos jugendlicher David aus Marmor und der reife David in Bronze, zarte Madonnen aus der Werkstatt Luca della Robbia und im Erdgeschoß Meisterwerke von Michelangelo.


Santo Spirito

Gebaut wurde zwar nach den Plänen von Brunelleschi, aber der Meister starb 2 Jahre nach Baubeginn und die Ausführung schleppte sich über 40 Jahre dahin. So ist die Fassade unvollendet geblieben und schmucklos, aber hinter der Fassade verbirgt sich eine der reinsten Renaissancebauten von Florenz.
Das 97 m lange Schiff ist ein wahrer Säulenwald, dem ein geschicktes Spiel mit den Proportionen eine Tiefe verleiht, wie sie in der Kunstgeschichte ihresgleichen sucht.

Von der Piazza S. Spirito aus, links von der Fassade der Kirche, hat man Zutritt zum Cenacolo, dem Refektorium. Hier sind die einzigen Überreste des Augustinerklosters des 14. Jh. Abendsmahls-Szene aus dem Jahre 1360, darüber eine Kreuzigungs-Szene.

Eine „moderne" Besonderheit der Kirche:

Internationale Künstler bekamen 1980 den Auftrag, auf dem Reißbrett die Fassade umzugestalten, ganze gleich, wie.
Das Ergebnis sind unzählige Blätter, voll mit den kuriosesten Ideen, und eine ganze Sammlung ziert unweit der Kirche im Café Ricchi die Wände.
Am Eingang weisen die Postkarten schon den Weg, und gegen einen kleinen Imbiß oder auch ein Getränk kann man die fantasievollen Arbeiten bewundern.


Santo Spirito - mal anders!

Dom-Museum

Ehemals Dombauhütte.
Beherbergt heute im EG die Pietà von Michelangelo., und zwar die Nummer 2 (die erste befindet sich in Rom, die letzte in der Accademia von Florenz).

Die Treppe zum OG führt unmittelbar in die Sala delle Cantorie (Saal der Sängeremporen), benannt nach den zwei hier ausgestellten Sängeremporen, die ursprünglich im Dom angebracht waren. Die eine Arbeit ist von Donatello, die andere von Luca della Robbia.


Museum San Marco

Ein altes Dominikaner-Kloster, das außergewöhnliche Leute beherbergt hat, so z.B. den selig gesprochenen Fra Angelico (1400—1450) und später Savonarola.
Das Kloster selbst ist eines der besterhaltenen Klöster des 15. Jh., mit harmonisch angelegtem Kreuzgang und der Bibliothek, die eine der prachtvollsten Räumlichkeiten der Renaissance-Architektur in der Toscana darstellt.
Am bekanntesten sind hier die Fresken von Fra Angelico, der z.T. die Zellen der Mönche verschönert hat, vor allem sind dies die „Kreuzigung", „Verkündigung" und das „Jüngste Gericht".


S. Maria del Carmine / Cappella Brancacci

Die 1268 im romanisch-gotischen Stil begonnene Karmeliter-Kirche ist nicht das „große Ereignis". So kommt es auch, daß die meisten Menschen die Kirche durch die Hintertüre betreten, um gleich zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu kommen, ohne eventuell eine Liturgie zu stören.

Bei einem Brand 1771 blieb — wie durch ein Wunder — die Brancacci-Kapelle erhalten (ebenso die Corsini-Kapelle und die Sakristei).

Masolino, Masaccio und Filippino Lippi waren die großartigen Fresken-Maler.
1424 wurde der Auftrag vergeben, wer die führende Rolle innehatte, ist umstritten.

Links ist die „Vertreibung
aus dem Paradies" dargestellt von Masaccio
- echt dramatisch!

Am rechten Eingangspfeiler ist
Masolinos „Sündenfall" zu sehen,
in der für die Gotik charakteristischen
weichen Linienführung.

San Miniato al Monte

Wunderschöner Blick von hier oben auf die Stadt!

Die Fassade der Kirche ist von vollkommener Harmonie. Die romanische Basilika (1018—1207) erkennt man schon von weitem an den weiß-grünen Marmor-Ornamenten.

Das Innere der Kirche ist 3-schiffig, ohne Querschiff. Die Säulen im Langhaus wurden im 19. Jh.mit Stuck und Marmorstaub überzogen, wohingegen die Säulen im höher gelegenen Chor echt und sogar mit korinthischen Kapitellen aus früheren Bauten versehen sind.

Die Fresken in der Sakristei zeigen Geschichten aus dem Leben des Hl. Benedikt und wurden 1385-1387 von Spinello Aretino geschaffen.



San Miniato al Monte

Profanes gibt es natürlich auch, jede Menge sogar, u.a. für Marktfreunde:

Wochenmarkt am Arno (Cascine) - jeden Dienstag

Mercato Nuovo
(Loggia del Mercato Nuovo):
Spitzendecken und Lederartikel —täglich