Cividale del Friuli

 

Cividale del Friuli

 

Cividale del Friuli (furlanisch Cividât, slowenisch Čedad, deutsch Östrich) ist eine traditionsreiche Stadt im nordost-italienischen Friaul (Region Friaul-Julisch Venetien)

Die Stadt ist eine ursprünglich keltische Siedlung, die von Julius Caesar zur Stadt erhoben wurde. Im Zuge der Völkerwanderung hielt sich in der Stadt eine Bevölkerung, die kulturell und durch ihre dem Ladinischen verwandte Furlanische Sprache mit den Alpenromanen verbunden war. Kirchlich unterstand Cividale dem Patriarchat von Aquileja.

Die Stadt gehörte nach dem Untergang Westroms zunächst zum Reich Odoakers, dann zum Ostgotenreich Theoderichs und zu Byzanz, ehe es 568 von den Langobarden erobert wurde, die dort zeitweise ein eigenes Herzogtum errichteten. Um das Jahr 610 wurde Cividale, das damals zum langobardischen Herzogtum von Friaul gehörte, von den Awaren geplündert. Nachdem Herzog Gisulf II. in der Schlacht gefallen war, suchte seine Frau Romilda mit ihren Söhnen in seinen Mauern Zuflucht. Den Awaren gelang es jedoch bald in die Stadt einzudringen. Die männlichen Stadtbewohner wurden angeblich alle getötet, die Frauen und Kinder in die Sklaverei verschleppt. Nur den Kindern Gisulfs gelang die Flucht.


 



Was man von Cividale sehen sollte:

In der Altstadt ist vor allem die Piazza del Duomo sehenswert. Hier steht der Palazzo Pretorio oder auch Palazzo dei Provveditori Veneti, dessen Entwurf Andrea Palladio zugeschrieben wird und der zwischen 1565 und 1586 errichtet wurde. Seit 1990 ist hier das Archäologische Nationalmuseum von Cividale untergebracht, in dem auch Teile der zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehörenden Reichenauer Handschriften aufbewahrt sind.

Der dreischiffige Dom Santa Maria Assunta (Mariä Himmelfahrt) aus dem 14. Jahrhundert wurde nach einem Einsturz im Jahr 1502 vom Architekten Pietro Lombardo wieder aufgebaut. 1909 erhob Papst Pius X. den Dom zur Basilica minor. Der Hochaltar wird von einem Altaraufsatz des Patriarchen Pilgrim II. (1195−1204) geschmückt. Die lateinische Inschrift wurde mit Hilfe einzelner Buchstabenpunzen hergestellt − über 200 Jahre vor Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Gutenberg. Der heutige Hauptaltar, ein Tischaltar ohne Aufsatz, steht auf einer Altarinsel vor dem Aufgang zum Chorraum im Langhaus.

An den Dom angeschlossen ist das Museo Cristiano, in dem sich u.a. ein Langobarden-Thron und das Callixtus-Taufbecken besichtigen lassen. Fast noch aufschlussreicher sind Fresken und in Sgraffitotechnik ausgeführte Darstellungen des langobardischen Lebens.

In der Nähe befindet sich auch der 1565 errichtete Stadtpalast. Über den Fluss Natisone führt die Teufelsbrücke, das Wahrzeichen der Stadt. Am Flussufer ist in den Stein ein Gewölbe eingehauen, das als keltisches Hypogäum, römischer Kerker oder auch langobardisches Gefängnis bekannt ist. Die kleine Kirche Santa Maria in Valle aus dem 8. Jahrhundert steht nahe am Fluss im alten langobardischen Viertel und war möglicherweise eine langobardische Pfalzkapelle. Sie wird deshalb auch Tempietto Longobardo genannt. Oberhalb der Stadt im Osten, direkt an der slowenischen Grenze, befindet sich die Kirche Madonna del Monte.