Elba

 

  

Der toscanische Archipel besteht aus 7 Inseln; Elba ist die größte davon mit 225 km². Bewohnt wird sie von etwa 30.000 Menschen.

Die 6 anderen Inseln:
• 
Giglio
•  Capraia
•  Montecristo
•  Pianosi
•  Giannutri
•  Gorgona

Es ist eine bergige Insel mit Felsen bis zu 1.000 m Höhe, aber einer üppigen Vegetation mit uralten Kastanienwäldern. Die felsigen Küsten haben unzählige Buchten, teils wunderschöne Sandstrände, teils Kiesel, in jedem Fall aber kristallklares Wasser.

Das Gestein hat die Insel Elba vor vielen Jahrhunderten zu erheblichem Ansehen verholfen. Es waren wieder einmal die Etrusker, die eindeutige Spuren hinterlassen haben: Sie bauten hier Erze ab (Eisen und Kupfer). Gerade weil sie es zu Wohlstand gebracht hatten, wurden sie aber leider Zankapfel zwischen den Mächtigen, die immer wieder um die Insel kämpften.

So siedelten sich hier die Griechen an und die Römer, danach kamen im 5. Jh. n.Chr. die Langobarden, die keinen Stein auf dem anderen ließen, danach manch anderer noch und selbst die Türken brachten im 16. Jh. mit dem Piraten Barbarossa unendliches Leid über die Bevölkerung. Die Mütter sollen damals ihre bösen Kinder ermahnt haben: „Wenn du nicht brav bist, kommt der Barbarossa und holt dich!"

1802 kam die Insel in die Hand der Franzosen und wie jeder weiß, residierte hier für 300 Tage der einst große Feldherr und Kaiser Napoleon, zwar in Verbannung, aber in recht üppiger! Die Insel profitiert noch heute davon – Napoleon findet sich auf hunderterlei Kitsch-Utensilien.

Wer Lust hat, kann den Spuren Napoleons folgen:

Die Stadtwohnung Napoleons in Porteferraio, die Villa dei Mulini, auf einer Anhöhe gelegen, hat einen Garten mit einer Steinbank, die angeblich der Lieblingsplatz Napoleons war. Zumindest hat man von hier aus einen wunderschönen Blick aufs Meer, fast bis nach Korsika – dem Geburtsort Napoleons.

Die Stadtwohnung wurde dem großen Mann bald zu klein, und so ließ er sich im Tal von San Martino sein „Versailles" erbauen, die Villa Napoleonica. Diese Sommerresidenz ist heute als Museum eingerichtet.

Ein kleines Kirchlein, Madonna del Monte, im Westen der Insel, soll der Kaiser oft aufgesucht und wehmütigem den herrlichen Blick Richtung Korsika in sich aufgenommen haben.

Insel-Hauptstadt ist
Porteferraio.

Hier, im neuen Hafen, landen alle Schiffe, ob große oder kleine. Klar, dass es da im Sommer nur so wimmelt von Touristen. Ein kleiner Marsch hinauf in die hübsche Altstadt ist aber lohnenswert.

Vom Alten Hafen, einem der besten Naturhäfen des Mittelalters, gelangt man durch zwei Stadttore aus dem 17. Jh. in die Altstadt. Hübsche Treppen-Gäßchen kann man erwandern, in einem der zahlreichen Cafés einen Capuccino genießen und sich hocharbeiten zur Festung, die Cosimo di Midici in der Mitte des 16. Jh. erbauen ließ.

Über die Kirche Misericordia (hier werden aufbewahrt: Nachbildung des Napoleon-Sarkophags, eine bronzene Totenmaske und ein Abguß seiner Hand) gelangt man zur Forte Stella, der Stern-Festung.
Will man hinein, muß man Eintritt zahlen; das lohnt eher nicht! Es gibt zwar hübsche Aussichtspunkte, mehr aber nicht.


Porteferraio - Altstadt

Marschiert man weiter, kommt man zur Villa dei Mulini, dem schon erwähnten Wohnhaus von Napoleon. Es ist heute ein Museum.

Das Archäologische Museum befindet sich in der Fortezza della Lingua mit dem wuchtigen Martello-Turm am östlichen Hafenende.

Es beherbergt Funde einer römischen Villa, etruskische Souvenirs und zahlreiche, z. T. besonders schöne Amphoren, die sehr effektvoll ausgestellt sind. Das gesamte Museum ist großzügig ausgestattet, gut beleuchtet und gut beschriftet.
Im Sommer geöffnet von 9.30 bis 23.30 h (!!),
im Winter von 9.30 bis 12.30 h

Marciana Alta

An den nördlichen Abhängen des Monte Capanna gelegen, mitten in dunkelgrünen Kastanienwäldern, hat sich das Örtchen seine Ursprünglichkeit bewahrt.
Gleich bei der mittelalterlichen Porta di Lorena beginnen unzählige Treppen, verwinkelte Gässchen und Plätzchen.
Ganz gleich, wo man läuft, man landet oben an der Festung, erbaut von den Pisanern im 12. Jh. Allzu viel ist nicht mehr erhalten, aber immerhin können hier im Sommer Open-air-Konzerte stattfinden.

Marciana Marina

Als die Sarazenenüberfälle im 12. Jahrhundert nachließen, siedelten die Bewohner nach und nach von Marciana Alta an die Küste um. Aus dieser Zeit stammt auch der Torre saracena (oder Torre pisana) auf der Hafenmole, die die Pisaner als Schutz vor den Seeräubern errichteten.

Farbenfrohe Häuser säumen die Hafenbucht und in den Restaurants gibt es vorzüglichen Fisch. Der Strand La Fenicia hat große, glatte Kieselsteine; mit Luftmatratze soll es sich dort gut liegen!

Marina di Campo

Der Ort liegt an den mit Pinien, Ölbäumen und Weingärten übersäten Südhängen des Monte Capanne. Hier finden Sie den längsten Sandstrand von Elba, ca. 1,5 km. Ganz klar, hier sind folglich auch die meisten Touristen. Am Westende der Bucht befindet sich der Hafen und noch ein kleiner alter Ortskern, am anderen Ende sind Campingplätze.

Sehenswert ist das Aquarium. Außer den vielfältigen Fischen und Krebsen sind sogar Katzenhaie zu besichtigen.

Capoliveri

Das Bergdorf thront hoch über der Südküste von Elba und zeichnet sich durch die ineinander verschachtelten Häuser, Winkel und Gassen aus, umgeben von Weinbergen; ganz herrlich!
Seine Vergangenheit ist nicht ganz so schön: Es war der Verbannungsort für römische Schuldner und Gesetzesbrecher, die sich innerhalb der Mauern frei bewegen durften.
Später, 1015, richteten die Sarazenen ein fürchterliches Blutbad an, woraufhin die Pisaner den Ort mit einer Mauer umgaben. Nichts ausrichten konnte diese Mauer, als 1496 die Türken unter Admiral Barbarossa die Stadt erstürmten und nahezu alle Einwohner ermordeten. Die wenigen Überlebenden fanden trotzdem wieder Mut und begründeten ein neues blühendes Gemeinwesen.

Vielleicht braucht man sich angesichts solcher Erlebnisse auch nicht zu wundern, wenn die Einwohner bis vor ca. 50 Jahren noch Blutrache geübt haben; sie waren stets gefürchtet. Sie schafften es sogar, die Steuereintreiber Napoleons mit Steinwürfen zu vertreiben!
Nachdem vor etwa 20 Jahren überall auf der Insel der Abbau des Eisenerzes eingestellt werden musste, hat sich das Örtchen zum Urlauberzentrum entwickelt. Dies allerdings fast nur im Sommer; der Winter „stülpt tristezza über das Dorf", wie ein Einheimischer klagt (lt."Toscana" von M.Müller)

Porto Azzurro

Günstig im Südosten der Insel gelegen, ist es das hübscheste Hafenstädtchen der Insel.
Wer hier schwimmen möchte, wird allerdings nicht ganz so glücklich sein, denn der Strand liegt direkt an der Durchgangsstraße.

Den Besuch der Festung, 1603 von den Spaniern erbaut, sollte man möglichst meiden - hier befindet sich das drittgrößte Gefängnis Italiens mit 2.500 Insassen!

Ein kleiner Besuch der Altstadt lohnt aber schon, allein wegen der seltsam restaurierten Häuser (oben top, unten kurz vor dem Zusammenbruch), die aus der Spanier-Zeit stammen.
Von besonderer Atmosphäre ist der Platz mit der Wallfahrtskapelle Madonna di Monserrato in Richtung Rio nell’Elba. Ca. 1 1/2 km muß man aber wandern!

Rio nell’Elba

Ein richtiges Bergnest erwartet die Besucher in alter Ursprünglichkeit. Es ist vermutlich eine der ältesten Ansiedlungen der Insel, wie Funde aus der Steinzeit belegen. Später waren Etrusker und Römer hier zum Erz schürfen. Obwohl einst Zentrum der Erzindustrie, mussten auch hier unrentabel gewordene Minen geschlossen werden und wer konnte, wanderte ab und suchte sich Arbeit an der Küste. Gab es Ende des 18. Jh. noch 5.000 Einwohner, so sind es heute nur noch 900 – und das meist alte Menschen.
Wen wundert’s, dass die Häuser zunehmend verfallen.
Ein Anstieg lohnt sich trotzdem. Schon der Ausblick oben ist wunderbar, aber auch der mittelalterliche Ortskern mit der Piazza del Popolo und der wuchtigen Kirche San Quirico. Die barocke Fassade täuscht über das wahre Alter der Kirche hinweg: Sie gilt als eine der ältesten auf Elba und wurde im 11. Jh. von den Pisanern erbaut.

 

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